Mobilität ist in unserer Gesellschaft ein hohes Gut. Angesichts der steigenden Zahl von Fahrzeugen und der damit wachsenden Verkehrsströme kommt einer fachlich fundierten und effizienten Verkehrssicherheitsarbeit wachsende Bedeutung zu. Weitere wichtige Faktoren wie die demografische Entwicklung, die Erweiterung der Europäischen Union sowie eine Zunahme von Gütertransporten und der Umweltschutz sind bei dieser Aufgabe zu berücksichtigen.
Die steigende Zahl von Kraftfahrzeugen, die wachsende Verkehrsdichte und die Unfallentwicklung machen die Verkehrssicherheit zu einem zentralen Bestandteil der Verkehrspolitik der Landesregierung.
Die Ergebnisse der Unfallforschung belegen, dass Verkehrsunfälle nur selten auf technische Mängel am Kraftfahrzeug zurückzuführen sind, sondern überwiegend auf menschlichem Fehlverhalten beruhen.
Bei der verantwortungsvollen und vielschichtigen Aufgabe der Verstärkung der Verkehrssicherheit sind trotz erkennbarer Fortschritte im Unfallgeschehen neben einer intensivierten Verkehrserziehung und Aufklärung straßenbauliche Maßnahmen, weitere Verbesserungen der Fahrzeugtechnik und der Fahrschülerausbildung erforderlich.
Die Verbesserung der Verkehrssicherheit ist eine verkehrspolitische Schwerpunktaufgabe. Die Verkehrssicherheitsarbeit ist am Ziel der EU orientiert, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 zu halbieren. Dieses Ziel konnte in 2010 noch nicht ganz erreicht werden. Die neue Zielmarke der EU, die Zahl der Verkehrstoten von 2010 bis 2020 zu halbieren wird gleichwohl als Richtschnur für die weiteren Maßnahmen in der Verkehrssicherheitsarbeit angestrebt.
Hierzu wurden von der EU „LEITLINIEN FÜR DIE EUROPÄISCHE POLITIK IM BEREICH DER STRAßENVERKEHRSSICHERHEIT 2011-2020“ mit sieben strategischen Zielen herausgegeben.
Ziel 1: Verkehrserziehung und Fahrausbildung/Fahrtraining der Straßenverkehrsteilnehmer verbessern
Ziel 2: Straßenverkehrsvorschriften verstärkt durchsetzen
Ziel 3: Sicherere Straßenverkehrsinfrastruktur
Ziel 4: Sicherere Fahrzeuge
Ziel 5: Nutzung moderner Technologie für mehr Sicherheit im Straßenverkehr fördern
Ziel 6: Notfalldienste und Dienste für die Betreuung von Verletzten verbessern
Ziel 7: Schwächere Straßenverkehrsteilnehmer schützen
Vorhandene Sicherheitspotenziale sollen dazu genutzt werden.
Bei der Verkehrssicherheitsarbeit fällt es leider immer schwer, vom Erreichen von Zielen zu sprechen. Hinter den rationalen Zahlen der Unfallstatistik stehen leider Schmerz und traumatische Erlebnisse der Verletzten und vielfaches menschliches Leid der betroffenen Familien.
Gerade die erstmals seit langer Zeit angestiegene Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2011 muss alle Beteiligte anspornen noch mehr zu tun, um Unfälle zu vermeiden.
Statistisch messbare Erfolge sind auf zahlreiche Maßnahmen und das Zusammenwirken vieler Beteiligter zurückzuführen.
Die Maßnahmen sind gezielt auf die Brennpunkte im Verkehrsgeschehen in Rheinland-Pfalz gerichtet. Als langfristige strategische Ausrichtung wurden dazu Schwerpunkt-Projekte ausgewählt, um Abhilfemaßnahmen zu den häufigsten Unfallursachen zu erarbeiten und umzusetzen. Hierzu zählen vor allem Infrastrukturmaßnahmen wie an Unfallschwerpunkten, aber auch Maßnahmen, die am Faktor „Mensch“ ausgerichtet sind und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen in den Focus nehmen. Mittlerweile beginnt die Aufklärung und Schulung im Kindergarten und geht bis zu der mobilen älteren Generation mit allen Facetten der Verkehrssicherheit.
Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat dabei eine Reihe von Aktivitäten ins Leben gerufen wie
- die Landesunfallkonferenz zur Entwicklung von Strategien für Schwerpunkte im Unfallgeschehen,
- das Forum für Verkehrssicherheit Rheinland-Pfalz mit allen betroffenen Institutionen und einer Vielzahl an Aktivitäten,
- Fahrsicherheitstrainings (Förderung des Sicherheitstrainings für Fahranfänger mit 30 Euro pro Teilnehmer), kommunale Freizeitverkehrsdienste (Jugendtaxi), Ausstellungen, Veranstaltungen und Schulungen.
Aber auch richtungsweisende Entwicklungen gingen von Rheinland-Pfalz aus. Hierzu zählen beispielsweise die Unfallkommissionen, die gezielt Unfallhäufungsstellen untersuchen, bewerten und entsprechende Maßnahmen entwickeln.
Aus der Landesunfallkonferenz sind Projekte hervorgegangen, die ein fester Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit in Rheinland-Pfalz sind. Hierzu gehören u.a. die regelmäßige Untersuchung von Unfallschwerpunkten, Aktionen gegen Wildunfälle, Unfälle mit Motorradfahrern und auf Bahnübergängen sowie Baumunfälle. Auf Autobahnen sind insbesondere Modellversuche mit einer neuen Beschilderung mit gelber Hintergrundfarbe der Verkehrszeichen durchgeführt worden, um mehr Sicherheit in Baustellen zu erreichen.
Die ganz überwiegende Zahl aller Verkehrsunfälle ist auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. Das „Forum Verkehrssicherheit Rheinland-Pfalz“ versucht gemeinsam mit verschiedenen Partnern schwerpunktmäßig an diesen verhaltensbezogenen Defiziten anzusetzen.
Als ständige Projekte des Forums sind in diesem Zusammenhang zu nennen:
- Maßnahmen der Verkehrserziehung und -aufklärung für Kinder, Jugendliche und junge Fahranfängerinnen und Fahranfänger, die die jungen Menschen für potenzielle Risiken und Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren sollen,
- Maßnahmen für Senioren, wie das Schulungsprogramm für die Seniorentrainer, die gezielt auf Senioren zugehen und Hilfestellung im Verkehrsalltag älterer Menschen geben,
- Auslobung des rheinland-pfälzischen Verkehrssicherheitspreises für nachahmenswerte Projekte und Aktionen,
- Bezuschussung von Jugendverkehrsschulen für den Radfahrunterricht,
- Inline-Skating-Kurse an den Schulen,
- Verkehrszauberer und Verkehrspuppenbühnen in Grundschulen,
- Lehrerfortbildung,
- Alkohol- und Drogenpräventions-Aktionen.
Darüber hinaus wurde ein wichtiges Thema in der Verkehrssicherheit, die Einhaltung von Sozialvorschriften im Güterverkehr zu einer ständigen Aufgabe. Der Überlastung der Tank- und Rastanlagen wurde mit einem technologisch innovativen, neuen Ansatz begegnet, in dem man mit einem „intelligenten - telematisch gesteuerten - Parkplatz“ (Kolonnenparken) und einem Parkleitsystem dem LKW- Fahrer erleichterte Möglichkeiten schafft, Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten.
Weitere Themen in der Verkehrssicherheit, wie
- Hast du die Größe - fahr mit Verantwortung
- Bester Beifahrer
- Schwerpunktaktion 2011
- Jugendaktion 2011
- Runter vom Gas
- Sicherheit für den Radverkehr
- Fahrökonomietrainings
- Ladungssicherung
- Junge Fahrerinnen und Fahrer
- Projekte und Aktionen
- Aktion Landstraße
- Auszeichnung bewährter Kraftfahrer
- Buslotsen
- Deutscher Verkehrssicherheitspreis
- Ich trag' Helm!
- Jugendverkehrsschulen
- KFZ-Beleuchtungsaktion
- Risiko raus!
- Safety Check
- Schülerlotsen
- Schulanfangsaktion
- Tag der Verkehrssicherheit
finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen Verkehrswacht (www.deutsche-verkehrswacht.de/home/projekte-und-aktionen.html) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR)

