
Dieser weitgehend gewaltbereiten rechtsextremistischen Strömung werden bundesweit ca. 8.300 Personen - vornehmlich junge Männer - zugerechnet. Dabei handelt es sich noch zu einem großen Teil um rechtsextremistische Skinheads, so auch in Rheinland-Pfalz, wo dem subkulturellen Spektrum etwa 50 rechtsextremistische Skinheads angehören.
Insgesamt ist ein Wandel im Erscheinungsbild feststellbar. Szeneangehörige orientieren sich vermehrt an anderen Jugendkulturen und übernehmen deren modische Attribute. Informelle, unstrukturierte Gruppierungen (Cliquen), die häufig regional begrenzt sind, bestimmen die Szene. Ideologisch ist sie vor allem durch neonazistisches Gedankengut geprägt, was sich nicht zuletzt in der Verwendung entsprechender, vor allem rassistischer Symbole zeigt. Die politisch-theoretische Auseinandersetzung ist überwiegend oberflächlich, plakativ und nahezu substanzlos, so dass in vielen Fällen nicht von in sich geschlossenen, gefestigten politisch-extremistischen Weltbildern gesprochen werden kann („Grauzonenproblematik“). In der Welt rechtsextremistischer Skinheads und anderer subkulturell geprägter Rechtsextremisten steht vor allem ein erlebnisorientiertes Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund. Das übt vor allem auf junge Menschen Anziehungskraft aus.
Die Musik spielt im Milieu subkulturelle geprägter Rechtsextremisten nach wie vor eine große Rolle. Sie dient der Verbreitung der rechtsextremistischen Weltanschauung, wirkt verbindend und stärkt den Zusammenhalt. Rechtsextremistische Musikgruppen, vornehmlich Skinheadbands, sind die Botschafter des für die Szene typischen Lebensgefühls, das auf Gewaltbereitschaft, Ausländerhass, Nationalismus und Rassismus beruht.
