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Neonazis

Den Neonationalsozialisten (Neonazis) können bundesweit mittlerweile ca. 5.600 (Rheinland-Pfalz: ca. 210) Personen zugerechnet werden. Ihr weltanschauliches Vorbild ist die Ideologie der Nationalsozialisten. Die Bezüge zum historischen Nationalsozialismus kommen u.a. in der verwendeten Symbolik, im Auftreten und nicht zuletzt in der politischen Agitation bzw. Propaganda dieser Gruppierungen zum Ausdruck. Nicht alle Neonazis sind Hitler-Anhänger und streben einen totalitären Führerstaat nach dem Vorbild des „Drittens Reiches“ an. Es gibt unter ihnen unterschiedliche Strömungen, so auch Befürworter „linksnationalistischer“ Ideen (völkisch-nationalistisch unter stärkerer sozialistischer Wirtschaftsausrichtung als unter der Führung Hitlers im „Dritten Reich“). Sie alle eint aber das Ziel eines autoritären Staatsmodells auf der Grundlage eines ethnisch-homogenen Staatsvolks.

Nach zahlreichen Vereinsverboten - wegen ihrer ideologischen Grundhaltung und ihrer latenten Gewaltbereitschaft wurden allein zwischen 1989 und Anfang 2011 bundesweit insgesamt 25 Neonazi- und drei Skinhead-Vereinigungen verboten - organisieren sich Neonazis, und teilweise auch rechtsextremistische Skinheads, heute vermehrt in so genannten Kameradschaften. Diese weisen in aller Regel im Gegensatz zu Vereinen oder vereinsähnlichen Gruppen vergleichsweise geringere Organisationsstrukturen auf. Neonazis solcher Gruppierungen und organisationsunabhängige Gesinnungsgenossen titulieren sich u.a. als „Freie Nationalisten“ oder „Freie Kräfte“.

Seit dem Jahr 2003 existiert mit den „Autonomen Nationalisten“ (AN) eine weitere Erscheinungsform im Neonazispektrum. Die AN, zu denen bundesweit heute etwa 1.000 Personen gezählt werden können, geben sich betont aktionistisch und eher unkonventionell. Damit üben sie vor allem auf junge Szeneangehörige Anziehungskraft aus. Auffällig sind ihr äußeres Erscheinungsbild, ihre Symbole und die von ihnen bei Demonstrationen skandierten Parolen. Sie ähneln dem Auftreten und Verhalten linksextremistischer Autonomer Gruppen. Ideologisch orientieren sich die AN vornehmlich an nationalrevolutionärem Gedankengut. Politische Arbeit im eigentlichen Sinne findet kaum statt. Bezeichnend ist die erhöhte Gewaltbereitschaft der AN. In Rheinland-Pfalz sind bislang keine AN-Strukturen festgestellt worden.

Externe Links

Aussteigerprogramm
(R)AUSwege


Step21 Jugendinitiative für Toleranz und Verantwortung

Bundesamt für Verfassungsschutz